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"Dirlewanger Innovations Impulse"  
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Nr. 1, 2013

Impuls 1 ------------------------------------------------------------------------

Unmöglich! Zwei miteinander verzahnte Zahnräder drehen sich in entgegengesetzte Richtungen. So sagen es Logik und praktische Anschauung. So steht es auch im "Dubbel“, der Bibel des Ingenieurs und so funktionieren Getriebe im Auto.

Dass sie sich gleichsinnig drehen, kann also eigentlich nicht sein. Dennoch wurde das Prinzip 1988 bei Renault patentiert. Eine Lösung, die einiges an Phantasie und Vorstellungsvermögen erfordert und ein gutes Beispiel dafür ist, zunächst für "unmöglich" Gehaltenes doch möglich zu machen:

kugeln

Impuls 2 ------------------------------------------------------------------------

Experiment Alltags-Kreativität I
Das Medizintechnik- und Pharma- Unternehmen BBraun AG experimentiert mit neuen Bordroutinen von Dirlewanger IDEE: Meetings und PowerPoint-Präsentationen sind allgegenwärtige Elemente unserer Arbeitskultur und bestimmen wie "Bordroutinen" auch unsere Alltagskreativität. Was passiert, wenn wir diese Routinen radikal verändern?

Eine ganze Abteilung von BBraun bekam die Aufgabe, ihre bestehenden PP-Präsentationen von 20, 30 und gar 40 Folien auf eine einzige Folie zu reduzieren (one sheet). Kleinere Schrift, Grafik statt Text oder Weglassen einiger überflüssiger Folien reichen da nicht mehr. Diese radikale Forderung erzwingt buchstäblich auch ein radikales Umdenken und Umstrukturieren und führt zu einem gänzlich anderen Aufbau der Präsentation. Es ist möglich!

Ein Training in neuem Denken ohne gleich einen Innovationsworkshop dafür zu bemühen...

Impuls 3 ------------------------------------------------------------------------

Selbstfahrender Radweg. Eine eigene Spur für Fahrräder ist immer noch die Ausnahme. Die US-Firma xfire kam daher auf die Idee, dass jedes Fahrrad sich seine eigene Fahrradspur mitbringt: zwei leistungsstarke Laser projizieren zu beiden Seiten des Fahrrads einen schmalen, etwa 3 Meter langen roten Begrenzungsstreifen auf die Fahrbahn. Als Stromquelle reichen zwei Mikrobatterien. Zu kaufen für 39.99 US-Dollar bei www.thexfire.com

Impuls 4 ------------------------------------------------------------------------

Experiment Alltags-Kreativität II
80% der Tische und 20% der Stühle entfernte Human Solutions GmbH (Entrepreneur des Jahres 2012) aus dem Meetingraum auf Anregung von Dirlewanger IDEE.

Platzraubende Getränkebatterien und Laptop-Armadas verschwinden, man kann sich nicht mehr hinter Tischbarrikaden festsetzen und schützen, jeder hat plötzlich leeren Raum vor sich. Das führt fast automatisch zu einer anderen Art der Interaktion und Kommunikation, die mehr an der gemeinsamen Bearbeitung des Themas orientiert ist als an Monologen und Vorträgen Einzelner.

Werden dann noch 6 bis 7 leere Flipchartblätter mit Tesakrepp einfach an die Wand geheftet, auf die die Teilnehmer schnell und ohne Tischhindernisse etwas skizzieren können, kann selbst eine klassische PP-Präsentation interaktiv und Agendapunkte wesentlich effektiver bearbeitet werden, stellten in dem Experiment die Führungskader des Ergonomie-Spezialisten Human Solutions fest. Und das alles "kostenneutral".

Kreatives Arbeiten erfordert Beweglichkeit im Kopf. Was aber häufig übersehen wird: es braucht auch eine äussere Beweglichkeit im Raum, eine bewusste Choreographie der Alltags-Kreativität.

Impuls 5 ------------------------------------------------------------------------

Drei Tage Science Fiction im Schloss Wolfenbüttel - das war ein Seminar, in dem ich selbst als Teilnehmer meine Kreativität im Erfinden ungewöhnlicher Ideen trainieren und das Schreiben von Science Fiction üben wollte.

Unter der Anleitung des Chefredakteurs von Perry Rhodan (der Welt grösste SF-Serie) Klaus N. Frick und des SF-Autors Uwe Anton wurden wir mit profunden SF-Kenntnissen und dem Handwerk des Story-Schreibens konfrontiert. So sollte zum Beispiel innerhalb von 30 Minuten eine Story entworfen werden, ein absurdes Ausgangsszenario vorstellbar gemacht oder mit vorgegebenen Schlagworten eine Szene erfunden werden.
Bei einer anderen Aufgabe erfand ich einen neuen Nicht-Sitz, der Sitze im Auto und Stühle am Tisch überflüssig macht. Sozusagen ein fortgeschrittener Air-Chair von Marcel Breuer.

Aber wie bei der Innovation reicht auch hier nicht die originelle Idee allein. Man muss etwas aus ihr machen: eine stimmige Story mit Dramaturgie, Spannung und Stimmung - ein Konzept also.

Ein ungewöhnliches Training für Innovatoren. Wie sich das für die Ideengenerierung einsetzen lässt – daran arbeite ich noch ...

Impuls 6 ------------------------------------------------------------------------

"Existenz" von David Brin, Professor für Astrophysik und NASA Experte ist meine neueste Literaturempfehlung, wenn man wissen will, was Bioskulptur-Ärzte oder Action-Anzüge sind, wie Flash-mobs zu smartmobs werden oder wie es mit der kürzlich vorgestellten AR-Brille von Google und ähnlichen Dingen in naher Zukunft weitergehen könnte. Hier wird beeindruckend beschrieben, wie solches Wunderwerk ganz beiläufig und selbstverständlich im zukünftigen Alltag genutzt wird.

Brin greift viele aktuelle, gerade im Entstehen begriffene Technologien auf, extrapoliert und erweitert sie auf interessante Weise. Gut zu lesen und gut übersetzt. Ein neuer SF-Roman wie es ihn seit längerem nicht mehr gegeben hat. Und zu kaufen im Bahnhofsbuchandel, dem ehemals klassischen Ort für solche Literatur. Empfehlenswert.

Impuls 7 ------------------------------------------------------------------------

Eine Idee aus einem Dirlewanger-Workshop, jetzt zu kaufen: Die Lufthansa Radar-Uhr in allen Lufthansa WorldShops an den Flughäfen oder unter www.worldshop.eu

Impuls 8 ------------------------------------------------------------------------

"Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen". Mit diesem neuen Programm möchte die Volkswagen-Stiftung "Die Exploration radikal neuer Forschungsideen, die etabliertes Wissen grundlegend herausfordern, unkonventionelle Hypothesen, Methodik oder Technologien etablieren wollen oder ganz neue Forschungsrichtungen in den Blick nehmen" fördern (www.volkswagenstiftung.de). Kühn!

Impuls 9 ------------------------------------------------------------------------

Ideen-Bewertung I:
Die Spangenbergsche Kühnheitszahl L² / H charakterisiert im Bauwesen Brücken. Dabei ist L die Spannweite und H die Höhe einer Brücke. Mag das Wort "kühn" sich inzwischen etwas altertümlich anhören, so könnte es doch eine gute Bezeichnung für interessante Ideen mit grosser "Spannweite" sein als Kühnheitskoeffizient von Ideen: O/M.

Worin O = Originalität und M = Machbarkeit einer Idee ist, jeweils auf einer Skala von 1 - 3. Damit können Ideen länger "im Rennen" gehalten werden, weil die Formel Ideen präferiert mit hoher Originalität und geringer (momentan geschätzter) Machbarkeit!

Impuls 10 ----------------------------------------------------------------------

Ideen-Bewertung II:
Show-car-Ideen leben länger. Es werden immer wieder Ideen verworfen weil sie für "utopisch" oder "nicht machbar" gehalten werden. Schaut man sie genauer an, zeigt sich dann aber oft, dass die Grundidee durchaus interessant ist, nur einige Fragen noch offen oder Details noch ungelöst sind.

Ähnlich ist es bei den sogenannten "Studien" oder show cars, die auf Automobilausstellungen präsentiert werden. Sie werden nicht als reine Utopie gesehen, sondern als eine Möglichkeit von der dann Teile weiterverfolgt und umgesetzt werden. So auch zum Beispiel bei dem show car GINA, den BMW 2008 mit einer komplett aus Textilfaser bestehenden Aussenhaut vorstellte. Sein "Faltenwurf" zeigt sich heute auf den Hauben der aktuellen BMW-Modelle.

Ideen, die bislang als "utopisch" abgetan wurden, werden in Zukunft also als show car-Ideen bezeichnet! Damit ist allen klar, die Idee ist zwar so noch nicht "serienreif", einiges daran vielleicht "utopisch", aber einiges daran ist interessant und wert, weiterverfolgt und umgesetzt zu werden.

Impuls 11 ----------------------------------------------------------------------

Brainwriting-Variante
Alphabet der Kreativität: Zu jedem der 26 Buchstaben müssen mindestens 5 Ideen (auf Flipchart oder Pinwänden)aufgeschrieben werden, die mit diesem Buchstaben anfangen oder etwas mit ihm zu tun haben. Auch Buchstaben wie Q, X oder J - das hilft, einfach und schnell, Bekanntes zu verlassen und triggert häufig ungewöhnliche Ideen. Eine gute Abwechslung zu anderen Brainwriting-Methoden.

Impuls 12 ----------------------------------------------------------------------

Kunst und Innovation I:
Umstülpung oder räumliche Inversion ist neben der Rotation und der Translation ein neues, drittes Bewegungs-Prinzip, das der Künstler, Erfinder und Anthroposoph Paul Schatz 1929 entwickelt hat. Werden die Ecken eines Würfels entfernt, bleibt ein Würfel-Gürtel übrig, der sich in sich selbst umstülpen lässt.

Die Firma FESTO hat dazu aktuell einen Wettbewerb ausgeschrieben für neue Ideen, wie diese bisher ungenutzte Bewegungsart industriell eingesetzt werden könnte. Zur Demonstration hat FESTO einen Heliumgefüllten, 4 Meter grossen Umstülpwürfel vorgeführt, der sich mit fast hypnotischen Bewegungen durch Umstülpungen in der Luft wie eine Qualle fortbewegt: www.festo.com/cms/de_corp/12748_12754.htm#id_12754.
Die Ergebnisse des Wettbewerbs sollen auf der Hannover Messe 2013 vorgestellt werden.

Impuls 13 ----------------------------------------------------------------------

Kunst und Innovation II:
Kreativität und Innovation in der Kunst - was können wir davon übernehmen? war das Thema beim 18. Erfahrungsaustausch Innovationsmanager, den Dirlewanger veranstaltete. Es war der erste Schritt, zu einem Austausch der Methoden und Ansätze über Kreativität und Innovation in den Bereichen Industrie und Kunst.

Professor D. Heitkamp, Direktor des Ausbildungsbereichs Zeitgenössischer und Klassischer Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt gab engagiert Einblicke in die Welt des zeitgenössischen Tanzes und der Performances. Auf dem Boden eines Büro-Lofts in Offenbach erfanden wir neue Bewegungen, versuchten uns in Contact-Improvisation und erprobten so praktische/künstlerische Kreativität.

Nachdenklich machte mich unter anderem dabei:
- die Losung: "start, before you are ready"  
- Fehler nicht zu analysieren um sie nächstes Mal zu vermeiden, sondern um sie als Ausgangspunkt für etwas Neues zu benutzen
- meine (Bewegungs-) Kreativität ist abhängig von dem, was der Partner zulässt, mitmacht. Die beste (Bewegungs-) Idee wird nicht umgesetzt, wenn der Partner sie (körperlich)nicht zulässt.





© 2013 Arno Dirlewanger
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"Schweigende Meetings"
"Ideenfindung für Innovation neu inszeniert"
"Mr. Spock - I presume?! Science Fiction in German Companies"
"Dirlewanger Innovations Impulse" Nr. 1, 2012
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Papers & Publikationen

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