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"Dirlewanger Innovations Impulse"  
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Nr. 1, 2007

Impuls 1 ------------------------------------------------------------------------

Das Gras wachsen hören? Sonifikation - so heisst ein noch junges Verfahren, mit dem Daten in Klänge "übersetzt" werden. Besonders bei unübersichtlichen, komplexen Datenmengen könnte die Aufbereitung in Töne Vorteile haben und auch da, wo eine Visualisierung nicht möglich ist: z.B. während einer Operation zur Kontrolle des Narkosezustands des Patienten oder bei der Identifizierung eines spezifischen Klangmusters, das einen heraufziehenden Epilepsie-Anfall anzeigt.

Änderungen in Rhythmus-Mustern können akustisch schneller aufgenommen werden als visuell. Eine plötzliche akustische Signaländerung erzeugt eine höhere Aufmerksamkeit. Die Blick-freie Überwachung kann daher auch interessant sein bei der Überwachung und Steuerung von Kraftwerken, Chemieanlagen oder im Cockpit.

Auch bei der schnellen Durchmusterung grosser Bild- oder Datenmengen ist Sonifikation hilfreich, um versteckte Strukturen aufzudecken. So z.B. beim Vergleich von Mikroskopaufnahmen bei der Untersuchung von Eiweisskörpern - Sonifikation als akustisches Data-Mining.

(Quelle: www.sonification.de)

Impuls 2 -----------------------------------------------------------------------

Auch als Erfinderinnen haben es kreative Frauen nicht gerade leicht, denn auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung wird ihnen einfach weniger zugetraut als Männern.

Dies weiss Dragica Graf aus eigener leidvoller Erfahrung. Sie hat deshalb vor 5 Jahren den ersten ErfinderInnen-Club in Deutschland gegründet, ein Netzwerk, in dem sich Frauen organisieren und gegenseitig unterstützen können bei der Vermarktung ihrer Ideen.

Erfinder-Frauen denken deutlich anders als Männer, so Patentanwältin Cornelia Rebbereh: "Männer sind eher die Tüftler, ich habe bisher noch keine Frau erlebt, die so eine Art Tüftlerin wäre, einfach nur des Erfindens wegen Produkte entwickelt. Üblicherweise habe ich erlebt, dass die Frauen eine sehr konkrete Vorstellung haben, was sie hinterher damit machen möchten."(DeutschlandradioKultur, 8.2.2007)

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Nutzen Ihre F&E-Abteilungen das Potential weiblicher Kreativität genügend?

Impuls 3 -----------------------------------------------------------------------

Nur Platz 18 für die Kreativität! Bei der Frage, an welcher Stelle Kreativität als Thema der Weiterbildung von Mitarbeitern steht, würde man vielleicht die 4. oder 5. Stelle vermuten.

Aber - kaum zu glauben - nach einer Umfrage (VDI-Nachrichten Nr. 7, 16.2.2007) steht Mitarbeiter-Führung an 1. Stelle, Konflikttraining an 4., Präsentationstechnik an 7. Stelle. Und auf Platz 18: Kreativität!

Dies erklärt vielleicht zum Teil das Phänomen, dass trotz allseits mit viel Aufwand eingeführter Innovationsprozesse, Innovationsbörsen u.ä. die Innovationsfähigkeit, Originalität und Risikobereitschaft nicht sichtbar zugenommen haben.

Es ist dringend notwendig, nach dem stage-gate-"Hype" die Kreativität wieder an ihren rechten Platz zu rücken, denn ohne den Treibstoff der individuellen Kreativität in den Köpfen der Mitarbeiter sind wirkliche Innovationen nicht voranzubringen!

Impuls 4 -----------------------------------------------------------------------

In 45 Minuten eine Behausung aus Beton zu errichten, ermöglicht ein neuartiges Zelt von concretecanvas aus England (als Film zu sehen unter: www.concretecanvas.co.uk). Eine aussen mit Zement imprägnierte Folie wird gewässert, aufgeblasen und erstarrt dann zu einem stabilen "Zelt" aus Beton.

Nach 12 Stunden ist der Beton endgültig ausgehärtet und das Zelt bezugsfertig und sicher gegen mechanische Einwirkungen wie Schlag, Regen, Wind. Geliefert wird das Zelt zusammengefaltet in einem Sack. Am Einsatzort sind dann nur Wasser, Luft und eine Person zum Aufbau erforderlich.

Im April beginnen die ersten Tests. Interessant ist das System besonders als stabile Unterkunft anstelle von Zelten in Krisen- oder Katastrophenregionen. Konventionelle Zelte haben in Afghanistan z.B. eine Lebensdauer von nur 3 Wochen.

Impuls 5 -----------------------------------------------------------------------

Ein gesticktes Schultergelenk aus Hochleistungs-Textilien stellt Ellis Developments LTD in England als Implantat her. Die "Stickerei" wird auf einen Stoff gestickt, der sich anschliessend auflöst und ein individuell massgeschneidertes Implantat zurücklässt. Es dient dem Chirurgen als Gerüst, an dem er Nervenverbindungen annähen kann.

Bei konventionellen gewebten Implantaten verlaufen die Fäden rechtwinklig zueinander, bei gestickten können Schlaufen gebildet werden, die eine bessere Anpassung an unregelmässige Geometrien ermöglichen. Solche Stickereien können eingesetzt werden als Ersatz von Bändern oder zur Stabilisierung bei Frakturen.

Die Übertragung selbst so "antiquierter" Techniken wie das Sticken hat hier zu einem ungewöhnlichen neuen Produkt geführt.

 sticken

(Quelle: www.ellisdev.co.uk/picture_gallery.htm)

Impuls 6 ----------------------------------------------------------------------

Die Promenadologie des Soziologen und Designers Lucius Burckhardt wollte die Welt wieder in unsere Köpfe bringen, in der wir dank GPS oder GoogleEarth immer besser navigieren, aber auch immer weniger sehen.

Den nach seinem Tod verwaisten Lehrstuhl für Spaziergangswissenschaften an der Gesamthochschule Kassel hat nun der Berliner M. Schmitz übernommen. Er plädiert dafür, im Alltagsleben immer wieder bekannte Wege anders zu gehen und sich so die Wahrnehmungsfähigkeit zu erhalten (ZEIT online vom 5.2.2007). (Vergleiche auch Impulse 2-06 über die Innovations-Ästhesie)

Für Innovation und Kreativität ist auch die mentale Promenadologie interessant, das "im Kopf" spazieren gehen: zum einen in Gedanken eine Idee umwandern, sie von allen Seiten besichtigen und zum zweiten, im Gehirn von Thema zu Thema zu wandern in der Absicht, eine Idee zu "ernten".

Impuls 7 ----------------------------------------------------------------------

Eine ganz andere Art der Sonifikation betreibt der Instrumenteerfinder und Klangkünstler Klaus Försch. "Form ist Klang und Klang ist Form" - nach dieser Erkenntnis kam Försch dazu, nicht nur Musik zu komponieren, sondern auch die Instrumente dafür zu erfinden.

Försch modifiziert nicht einfach nur die bekannten Musikinstrumente, sondern erfindet und konstruiert ganz neue, z.B. einen zwei Meter hohen klingenden Blech-Rhombus, Gebilde mit verschiedenen geometrischen Formen aus Teilen vom Autoschrottplatz bis zum high-tech-Material. So baute er inzwischen über einhundert neue Musikinstrumente und -Maschinen.

In Hamburg betreibt Försch ein "KlangHaus" in der Berzeliusstrasse als experimentelles Forum.



© 2007 Arno Dirlewanger
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"Ideenfindung für Innovation neu inszeniert"
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"Dirlewanger Innovations Impulse" Nr. 1, 2007
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