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"Dirlewanger Innovations Impulse"  
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Nr. 2, 2004

Impuls 1 -------------------------------------------------------------------------

"Das ist es, was wir brauchen, um wirklich Neues zu kreieren", dachte ich, als ich kürzlich auf einer Litfaß-Säule las:

Die Enthusiasten.

Die Welt wär` ein Sumpf, stinkfaul und matt,
Ohne die Enthusiasten.
Die lassen den Geist nicht rasten.
Die besten Narr`n, die Gott selbst lieb hat,
Mit ihrem Treiben und Hasten!
Ihr eigen Ich vergessen sie,
Himmel und Erde fressen sie
Und fressen sich nie satt

Eduard Mörike, 1853.

Eine unerwartete Begegnung mit einem Romantiker während eines spätsommerlichen Stadtbummels in Frankfurt, passend zur Einstimmung auf die bevorstehenden Projekte ...

Impuls 2 -------------------------------------------------------------------------

Kühn gedacht I: Ein Lift mit zwei autonomen Kabinen in einem einzigen Schacht? Denk- und machbar, wenn man die Bedienung um-inszeniert und den Benutzer beim Anfordern des Aufzuges auch gleich die Zieletage wählen lässt! Im elfstöckigen Kollegiengebäude der Universität Stuttgart ist ein solches System realisiert und damit die Kapazität des Lifts erheblich gesteigert worden.

Eine kühne Idee?

(Quelle: Zukunft Technik entdecken, 13.8.2004)

Impuls 3 -------------------------------------------------------------------------

Kühn gedacht II: Ein Laufband im Flughafen, das am Anfang die normale Geschwindigkeit hat und sich nach drei Metern auf die vierfache Geschwindigkeit von 8 Stundenkilometern beschleunigt – ist das denkbar? Schwer. Ein "Ziehharmonika-Band"? Schon eher vorstellbar.

Nicht nur denkbar, auch machbar ist eine solche Konstruktion. ThyssenKrupp hat sie unter dem Namen "accelerating walkway" realisiert: Die Lauffläche besteht aus Metalltafeln, die sich am Anfang und Ende des Bandes ineinanderschieben und so zusammenfalten, dass der Benutzer wie gewohnt den Rollsteig betreten beziehungsweise verlassen kann.

Eine kühne Idee?

(Quelle: www.thyssenkruppelevator.com)

Impuls 4 -------------------------------------------------------------------------

Kühn gedacht III: Stotternde Räder als Alternative zum ABS wurden in einem DI-meeting zur Vorbereitung für einen Automotive-Workshop erfunden – aber gleich wieder verworfen, denn "schließlich sollen nicht die Räder stottern, sondern der Bremsdruck, um so das Blockieren der Räder zu verhindern".

Eine starke Teilnehmer-Fraktion hielt die Idee für sinnlos, beziehungsweise schlichtweg für falsch ("Sie haben das Bremsprinzip nicht verstanden!"), der Erfinder und ein Maschinenbau-Ingenieur jedoch für zumindest bedenkenswert.

Eine kühne Idee?

Warum könnte sie kühn sein? Warum unsinnig? Wie gehen wir mit einer solchen Idee um? Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie uns Ihre Gedanken. Im nächsten Heft zeigen wir Ihnen unsere Ideen dazu.

Impuls 5 -------------------------------------------------------------------------

"Ich fürchtete schon, das sind wieder solche Methoden, für die man eine Gruppe benötigt und einen Moderator. Das ist ja in der Praxis selten" meinte ein Teilnehmer im DI-Seminar "Kreatives Problemlösen" – um dann später erfreut festzustellen, dass es auch anders gehen kann.

In Entwicklungsmeetings wird immer wieder Neues gesucht, andererseits aber haben viele neue Ideen keine Chance, wenn sie nicht gleich auf den ersten Blick als Geniestreich erkennbar sind. Ein regelgerechtes Brainstorming und ein faires Bewertungs-verfahren wären hier angebracht. Nur: wer schlägt es vor? Wer moderiert es kunstgerecht und setzt sich damit auch durch?

- Strategie Null: Weiter machen wie immer.
- Strategie Mutig: Ein Mutiger versucht, die bekannten
  Methoden regelgerecht anzuwenden.
- Strategie "Subversiv": Statt der kompletten Methode werden nur einige Elemente und Prinzipien davon ohne größere Erklärungen angewandt.

So kann z.B. im Meeting-Alltag mit dem einfachen Satz
„Ich schreibe einfach mal alle Vorschläge unstrukturiert auf das Flipchart auf und danach schauen wir sie uns an“ das Brainstorming-Prinzip des schnellen schriftlichen Fixierens ohne zwischenzeitliche Diskussion durchgesetzt werden - ohne weitere Erklärungen. Gleichzeitig wird damit das Prinzip der verzögerten Bewertung(Kritik erst nachdem alle Ideen da sind) eingeführt.

Oder: Man reagiert auf "geht nicht, weil..." mit" stimmt, deshalb müsste man ... so ... verändern..." und kommt so zu einer Art Realisierungs-Judo, ohne es als Methode erklären zu müssen.

So kann angewandte Kreativität im Alltag auch aussehen – als Alternative zur kunstgerechten Anwendung anspruchsvoller Methoden und als Notnagel, wenn sonst nur Strategie Null gepflegt wird. Die Kunst besteht dann in der anspruchsvollen Einfachheit: mit einfachen Sätzen und Aktionen hartnäckig immer wieder auf das Eingefahrene einzuwirken.

Impuls 6 -------------------------------------------------------------------------

Der kreative Ingenieur grummelt besonders viel vor sich hin, fand Professor D. Doerner von der Universität Bamberg in einer Untersuchung heraus.

Er stellte fest, dass Maschinenbauingenieure, die sich bei der Bearbeitung einer bestimmten Konstruktionsaufgabe im Selbstgespräch bis zu 60 Fragen stellten, wesentlich bessere Ergebnisse erzielten, als diejenigen, die sich weniger fragten.

Das zweitbeste Ergebnis war bei 40 Fragen, das schlechteste Ergebnis bei drei Fragen.

Am erfolgreichsten waren die Ingenieure, die sich besonders oft sogenannte Erweiterungs- und Konsequenzen-Fragen stellten:

"Wie kann ich das hier anbringen?"
"Wenn ich das so mache, hält das dann?"

Eine sehr einfache Kreativitäts-Technik!

(Quelle: Psychologie heute, Juli 2004)

Impuls 7 -------------------------------------------------------------------------

Der Konjunktiv steigert die Kreativität, stellte die HARVARD-Psychologin Ellen Langer in zahlreichen Tests fest. Werden Aufgaben oder Probleme in der Konjunktiv-Form formuliert, fällt es leichter, kreative Lösungen zu finden. Dies bestätigt auch unsere Erfahrung in Innovationsprojekten. Wir formulieren daher nach Möglichkeit die Aufgabenstellungen für die Ideengenerierung in Konjunktiv-Fragen wie z.B:

„Wie könnte ein neues ... aussehen?“
„Wie könnte man erreichen, dass ....?“

(Quelle: Ellen J. Langer "Fit im Kopf", 1993, ein empfehlenswertes, angenehm zu lesendes Buch über Gedankenlosigkeit, aktives und kreatives Denken)

Impuls 8 -------------------------------------------------------------------------

Der "not-invented-here-Schmerz" ist ein physischer Schmerz - möglicherweise. Eine Untersuchung der Universität von Los Angeles zeigte, dass bei Personen, die bewusst aus einem Spiel ausgeschlossen werden, ein bestimmter Teil des Gehirns (vorderer cinguläre Cortex) aktiv wird, der auch bei körperlichem Schmerz reagiert.

(Quelle: Science, 10.10.2003)

© 2004 Arno Dirlewanger
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