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"Dirlewanger Innovations Impulse"  
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Nr. 1, 2004

Impuls 1 -----------------------------------------------------------------------

"Erfinden tut not!" meint ein außergewöhnlicher Erfinder namens Daniel Düsentrieb, mit dem wir unsere Reihe "Querköpfe - Menschen und Ideen, die uns angeregt haben", heute fortsetzen.

Für diejenigen unserer Leser, die nicht zu den Fans von Donald Duck – Bildergeschichten gehören: Daniel Düsentrieb (inzwischen 50 Jahre alt!) ist eine der Comic-Figuren des legendären amerikanischen Zeichners Carl Barks (1901-2000), der das Universum von Entenhausen mit Donald Duck, dem geldgierigen Onkel Dagobert, Tick, Trick und Track und vielen anderen schuf.

Daniel Düsentrieb ist ein leidenschaftlicher und unkonventioneller Ingenieur und Erfinder, der lustvoll experimentiert, und den keine noch so "unsinnig" erscheinende Fragestellung schreckt. Finanzielle Anreize kümmern ihn wenig (über gutdotierte Aufträge freut er sich jedoch), sein Labor steht immer voll "nutzloser" und skurriler Apparate wie z.B. ein drahtloser Schalllöscher (!) mit Richtstrahl, ein Regenbogenspanner oder eine Anti-Schwerkraft-Kanne.Ihn reizen vor allem technische Herausforderungen und neue Denk-Wege, allein die C.Barks Library verzeichnet über 180 seiner Erfindungen.

Bevorzugte er früher eher die "Holzhammermethode", um seine Kreativität anzuregen ("Mir fällt nur etwas ein, wenn ich mir mit einem Hammer auf den Kopf schlage."),nutzt er in neuerer Zeit eine "Denkkappe", um zu neuen Ideen zu kommen. Die "Denkkappe", eine Art Hut in Form eines Vogelnestes nebst Bewohnern, kann ohne Mühe als Vorform moderner mind-machines identifiziert werden.

Er benutzt jedoch auch andere Ideenfindungstechniken wie die Reizwort-Analyse, die er z.B. einmal anwendet, als er den Auftrag erhält, eine sichere Transportmöglichkeit für Zerbrechliches zu konstruieren: noch während er den Auftrag entgegennimmt, fällt sein Blick zufällig auf ein Huhn, das Huhn lässt ihn an Eier denken, die Eier sind zerbrechlich, also lässt er das Huhn harte Eier legen, durch bestimmte Futterzusätze sind sie sogar noch gewürzt und "hartgelegt", natürlich leicht transportierbar...

Auch eine ausgeprägte Wissenschaftler-Ethik lässt sich erkennen, wenn Düsentrieb verkündet "Für Gangster arbeite ich nicht. Niemals." Als Assistenten hat sich Düsentrieb einen winzigen Mini-Roboter – das "Helferlein" – konstruiert, ein Männchen mit Glühbirnenkopf, das ihn stets begleitet, ihn manchmal unterstützt oder auch tröstet, wenn wieder einmal sein Genie zu hart auf die Realität aufgeprallt ist.

Als er einmal seiner Tätigkeit als Erfinder überdrüssig ist, beschließt er, zukünftig seinen Unterhalt als Postbote zu verdienen, aber natürlich kann er es dann doch nicht lassen und nutzt diesen Ausflug in ein anderes Betätigungsfeld zur Entwicklung nützlicher Innovationen wie z.B. ein Gerät zum Weiten von Briefkastenschlitzen und Schutzbekleidung für Postboten mit integriertem Schlafmittel für Hunde.

Viele von Düsentriebs Erfindungen verdanken sich akuten Alltagsumständen, andere könnten genau so gut einem Ideenfindungs-Workshop von DI entstammen. Daniel Düsentriebs Kreativität ist natürlich die seines Erfinders Carl Barks, dessen Ideenreichtum und Humor sich vor allem in dieser Figur spiegeln. In einer 1949 erschienenen Geschichte erfand Barks eine Möglichkeit, ein gesunkenes Schiffswrack kostengünstig zu heben: er ließ Donald Duck und seine Neffen das Wrack mit Pingpong-Bällen so lange voll pumpen, bis es sich hob. Jahre später setzte ein skandinavischer Ingenieur diese Idee in die Realität um, nur benutzte er statt der Bälle Styroporkugeln.

Zugegeben, Kreative wie D.D. wirken heutzutage eher unzeitgemäß und wenig konkurrenzfähig. Sympathisch ist ihr spielerischer und humorvoller Erfindergeist allemal...

P.S.: Für die Schulen Hamburgs gibt es seit 2001 einen "Daniel-Düsentrieb-Wettbewerb" mit einem gleichnamigen Preis für die kreative Lösung einer naturwissenschaftlich-technischen Aufgabe. Eine Düsentrieb website (www.idee.ch/DUESENTRIEB.html) verzeichnet fantasievolle, verrückte Ideen für
fast alle Lebenslagen, von denen einige sicher den Beifall des Meisters gefunden hätten.

Impuls 2 -----------------------------------------------------------------------

Der Firmenname in der persönlichen Handschrift jedes Mitarbeiters ist das Logo der Firma Markgraph. Damit stellt Markgraph alle Regeln aufwendiger Logo- und Corporate-Identity-Entwicklungen auf den Kopf: achtet man bei der CI auf Einheitlichkeit, Konstanz und Universalität, so wird hier bewusst auf Unterschiedlichkeit, Varianz und Individualität des Logos gesetzt, und es ist nicht von Designern entworfen, sondern von den eigenen Mitarbeitern - und zwar täglich!

Auf Visitenkarten und Briefköpfen z.B. erscheint der Firmenname Markgraph in der persönlichen Handschrift des Absenders, alle Schreibweisen übereinandergelegt ergeben dann das "Logo".

So kann das Unternehmen seine Werte "Zusammenarbeit" und "Eigenverantwortung und Individualität" sinnfällig kommunizieren.

(Quelle: form Nr. 193/194 2004)

Impuls 3 -----------------------------------------------------------------------

"Das ist eine blödsinnige Idee, das geht gar nicht" sagte der Bauingenieur Jörg Schlaich zu der Idee eines Architekten, ein hyperparaboloides Dach ohne Außenstützen für ein Schwimmbad zu bauen. Laut Statik-Lehrbuch, so Schlaich, ist das nicht zu machen.

Erst als der Architekt darauf bestand, die Idee doch umzusetzen, rechnete Schlaich erneut, stellte einen Fehler in der Statik-Bibel fest und fand außerdem eine Unterkonstruktion, die sich rechnen ließ und die Grundidee des Architekten möglich machte. "Auch das berühmte Olympiadach in München wäre nicht realisiert worden, hätte man mich vorher gefragt" so Schlaich selbstkritisch auf einem Kongress anlässlich der Finissage einer Ausstellung über sein Lebenswerk im Architektur-Museum Frankfurt. Nach der Entscheidung für "die unsinnige Idee" allerdings fand er dann Wege für die Realisierung!

Schlaich, der so spektakuläre Projekte wie den Aussichtsturm in Stuttgart Killesberg, das Aufwindkraftwerk in Spanien oder den Lehrter Bahnhof baute, skizzierte damit die Problematik von Grund-Idee und Realisierungs-Idee, die auch bei Innovationsprojekten immer wieder sichtbar wird.

Bei der Bewertung unterscheiden wir meist nicht zwischen diesen beiden Klassen von Ideen. Erscheint die(Grund-)Idee nicht plausibel und machbar auf den ersten Blick, wird sie meist fallengelassen. Das Beispiel von Schlaich zeigt, dass die Grund-Idee nur der "Grundriss" einer Idee ist und es weiterer (Realisierungs-) Ideen bedarf, die (Grund-)Idee möglich zu machen. Bewährt hat sich in Innovationsprojekten daher, zwischen drei Arten von Ideen zu unterscheiden, die zusammen erst die vollständige Idee beschreiben und ihr damit die 2. und 3. Dimension geben:


Die Chancen für echte Innovationen steigen mit der Bereitschaft, auch bei der Realisierung Kreativität einzusetzen.

Impuls 4 -----------------------------------------------------------------------

Geistig stehen wir meist schon in der Fertigungshalle oder am point of sale und denken: "wie soll das gehen? - das geht nicht!" oder wir denken an das Budget: "was das kostet!" wenn wir uns eine Idee ansehen.

Um von dieser restriktiven Einstellung wieder zurück zu finden zum Möglichkeitsdenken, ist das "Temporäre Suspendieren" notwendig: Für die Anfangs-Phasen im Innovationsprozess werden bewusst Realisierbarkeits- und Kosten-Informationen ausgeblendet, um die Ideenproduktion maximal stimulieren zu können.

Erst in der folgenden Phase werden die gefundenen Ideen dem Kosten- und Umsetzungskriterium ausgesetzt, und es wird geprüft, ob und wie das innovative Potential erhalten und gleichzeitig ihre Realisierung ermöglicht werden kann.

Temporäres Suspendieren gelingt übrigens Kindern noch leicht. Sie schauen zuerst nach den Möglichkeiten, unabhängig von Kosten und Machbarkeit. Von ihrer Phantasie können wir lernen.

Impuls 5 -----------------------------------------------------------------------

Ein Seminar mit zwei Teilnehmern rechnet sich nicht, sagt man. Mag sein, wenn man nur die Zahlen von Referenten-Honorar und Teilnehmer-Gebühr "rechnet". Rechnet man den Nutzen dazu, rentiert es sich überproportional.

So jedenfalls hat sich ein 2-Personen-Seminar bei Dr. D. Zobel über die Erfindungs-Methodik TRIZ rentiert, an dem ich kürzlich teilnahm. Dieses "privatissimum"
- war ein Seminar, weil mir etwas angeboten wurde
- war kein Seminar, weil ich Inhalt und Ablauf stark beeinflussen konnte
- war Coaching, weil der Referent sich 50% der Zeit um meine Interessen kümmern konnte
- war kein Coaching, weil der zweite Teilnehmer manchmal anders dachte als ich und so neue Richtungen einbrachte
- war ein Experiment mit ungewöhnlichem Lerneffekt und das auch noch "rentabel"...

© 2004 Arno Dirlewanger
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"Dirlewanger Innovations Impulse" Nr. 1, 2004
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