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"Dirlewanger Innovations Impulse"  
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Nr. 3, 2003


Impuls 1 -----------------------------------------------------------------------

In eigener Sache I: Nach längerem Zögern ist sie nun endlich da – die Website von DIRLEWANGER IDEE! Sie finden uns unter der Adresse www.dirlewanger-idee.de

Impuls 2 -----------------------------------------------------------------------

Silverstone 1999: der Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen schießt aus der Box und verliert eines der gerade montierten Räder: eine Schraubenmutter hatte sich in der Hektik verkantet und löste sich während der Fahrt.

Eine Schraubenmutter, die so etwas verhindern kann und schlagartig ohne Drehung angezogen wird, hat Arno Giehl entwickelt. Seine Idee wurde kürzlich mit Euro 10000.- im start2grow-Wettbewerb ausgezeichnet.

Die kreative Lösung: die Mutter wird halbiert und die zwei Hälften an das Schraubengewinde angelegt. Danach wird eine zweite Mutter (ohne Gewinde) darüber gestülpt und damit die beiden Mutter-Hälften zusammenpresst. Klick - die Mutter ist fest, geöffnet wird sie wie gewohnt.

(Quelle: tremonia nova, Heft 4, Juni 2003)

Impuls 3 -----------------------------------------------------------------------

Video-Konferenzen verringern die Kreativität von Teams signifikant gegenüber face-to-face meetings. Das stellte eine experimentelle Untersuchung des Instituts für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum fest.

Als Ursache dafür wurde die Beobachtung angeführt, dass bei gleicher Aufgabenstellung in der face-to-face-Arbeit ein "schnellerer" Gesprächsstil vorherrschte als bei den Teams mit Video-Konferenz. "Schneller" hieß: kürzere Einzelbeiträge, häufige Unterbrechungen.

Bei Aufgaben für das eher logische Problemlösen dagegen konnte kein Unterschied zwischen den beiden Arbeitsweisen festgestellt werden.

Konsequenzen für (virtuelle) Teams: Video-Konferenzen gezielt nur dann einsetzen, wenn nicht kreatives Problemlösen erforderlich ist oder: durch entsprechende Regeln und Moderation einen "schnelleren" Stil zu trainieren.

(Quelle: Wirtschaftspsychologie, Heft 3, 2001)

Impuls 4 -----------------------------------------------------------------------

Den schnellen Denkstil des starken Kreativen beschreibt der verstorbene russische Erfinder der Ideenfindungs- methode TRIZ, G.S. Altschuller am Beispiel der Entwicklung eines Hochleistungs- Rennbootes:

"Der gewöhnliche Erfinder lässt sich von dem existierenden Rekordrennboot leiten. In dieses Ausgangsbild bringt er verschieden Veränderungen hinein. Ein schwacher Erfinder betrachtet jede Variante lange (...). Die Varianten unterscheiden sich nicht viel vom Ausgangstyp (...).

Ein starker Erfinder sichtet die Varianten mit Kühnheit: in seinem Kopf wechseln die Vorstellungen , es tauchen ungewöhnliche Bilder auf. Siebenundsechzigste Variante. Und wenn man das Schiff mit einer Art Gepardenfell überzieht? (...) vielleicht verhindert das Fell die Wirbelbildung? (...).

Das erste Merkmal des talentierten Denkers ist die Fähigkeit, vom System zum Obersystem oder zum Untersystem überzugehen (...).

Eines der Untersysteme des Schnellbootes ist z.B. der Rumpf. Je größer die Geschwindigkeit, desto größer ist der Widerstand des äußeren Mediums (...). Den idealen Rumpf hat man also dann, wenn es gar keinen Rumpf gibt. Der Motor dagegen, ein anderes Untersystem des Bootes, strebt danach, größer und leistungsfähiger zu werden . Gib ihm seinen Willen und er füllt den ganzen Rumpf aus, wächst über den Rumpf hinaus.

Der Kampf dieser beiden widerstreitenden Tendenzen bestimmt die Entwicklungslinie der Untersysteme (...). Bilder und Symbole für Gedanken ziehen wie im Film auf mehreren Leinwänden abwechselnd und zugleich durch die Vorstellung des talentierten Denkers (...). Die gegensätzlichen Tendenzen stoßen zusammen, (...) in diesem Kampf wird das Bild durch das Gegenbild ersetzt. Neben dem Boot entsteht das Antiboot.

Das gewöhnliche Boot schwimmt, also schwimmt das Antiboot nicht. Ein Schiff, das sich nicht auf dem Wasser halten kann (...). Vom Standpunkt des normalen Denkens ist das einfach unsinnig. Und wenn man es trotzdem durchdenkt? (...). Das Antischiff ist nicht verpflichtet, sich auf dem Wasser zu halten. Folglich kann man es bis zum äußersten mit (...) Motoren füllen (...). Bei Bewegung wird es sich aufgrund der Auftriebskraft, die von den unter Wasser liegenden Tragflächen hervorgerufen wird, halten (...).

Die Idee des Antischiffes erscheint schon nicht mehr so verwegen. Im Gegenteil: befremdend erscheint die gewöhnliche Konstruktion, bei der der unter Wasser liegende Rumpf ein großes Volumen behält, das nur bei langsamer Fahrt benötigt wird."

(Quelle: G.S. Altschuller: "Erfinden - Wege zur Lösung technischer Probleme", BTU Cottbus 1998, Hervorhebungen durch DIRLEWANGER IDEE. Auf Wunsch senden wir Ihnen eine Kopie des vier Seiten umfassenden Kapitels.)

Impuls 5 ------------------------------------------------------------------------

Das explorierende Hin- und Herspringen zwischen "Fenstern" ("Leinwänden"), wie es von Altschuller beschrieben wird (siehe vorherigen Impuls) praktizieren Kreative oder Personen, die (fachlich) wenig mit der Aufgabenstellung zu tun haben. Das beobachten wir in Ideenfindungs-Workshops immer wieder.

Dieser "schnelle" Stil kann trainiert und durch eine einfache methodische Hilfe unterstützt werden, indem man sich der schon von Brainstorming-Erfinder Alexander Osborn vorgeschlagenen Denk-Operatoren-Checkliste systematisch bedient.

In unserer Praxis hat sich ein Matrix-Tableau in der Größe A3 oder A1 (Flipchart-Größe) bewährt, in dem diese "Creatoren" eingetragen sind. Man schreibt die Idee/Aufgabenstellung auf eine Karte, mit der man auf dem Tableau von Feld zu Feld springt und dann jeweils die entsprechenden Creatoren gedanklich anwendet (z.B.: vergrößern, anders nutzen, umkehren, ...).


Impuls 6 -----------------------------------------------------------------------

IAT - I Am The ... so nannten wir die Methode, bei der die Entwicklungs-Ingenieure des Gebäudeautomatierungs-Unternehmens Kieback & Peter auf großen Papierbögen auf dem Boden sitzend mit ihren Körpern eine "lebende" Heizungsregelung simulierten und so nach neuen Ideen für die Verbesserung einer intelligenten Stellarmatur suchten.

Der Leiter der Entwicklung, Ralf Alisch beschreibt die Methode so:"Jeder übernahm die Rolle eines Elements der Heizungsregelung - Stellantrieb, Rechner, Speicher, Kommunikation, Fühler, Gehäuse u.s.w.. Dann begann sich das Gesamtsystem zu verändern; der Rechner rutschte zum Motor und zog den Speicher mit, um dann den Mitarbeiter `Kommunikation` zur Aussage zu bringen: `Hey Jungs, jetzt bin ich ja arbeitslos`. Nicht ganz, der Fühler ließ sich aus messtechnischen Gründen nicht integrieren und blieb mit einer wesentlich schlankeren Kommunikation im Fühlergehäuse. Leider musste dazu der Speicher (symbolisch) geteilt werden, was dem Mitarbeiter gar nicht behagte. Der Chef spielte noch einen zusätzlichen Störimpuls, doch das System war inzwischen stabil und er wurde - wie meistens - ausgeregelt.

Nach 40 Minuten ernsthafter und manchmal auch witziger Körper-Verrenkungen war eine neue Lösung für einen Stellantrieb mit integrierten Teilregelfunktionen erarbeitet worden".

Der Vorteil der Methode liegt darin, dass das Problem in eine andere "Sprache" übersetzt und auch die Lösung in einer anderen "Sprache" erarbeitet wird.

Sehr gut geeignet ist diese Ideenfindungs-Methode für komplizierte technische Probleme mit mehreren Einzelelementen, bei denen ein bestehendes System verändert werden soll. IAT setzt allerdings Experimentierbereitschaft voraus und dass die Teilnehmer die Methode ernst nehmen. Auch ist ein Moderator notwendig, der gegebenenfalls durch Anregungen "Bewegung" in das Gebilde bringt und die Ideen zwischendurch schriftlich festhält.

Impuls 7 -----------------------------------------------------------------------

Leidenschaft und konsequente Unterstützung durch das Management sind die zentralen Voraussetzungen für erfolgreiche Innovation ... So könnte man eines der Ergebnisse des ersten Erfahrungsaustausches für Innovationsmanager am 26.11.03, initiiert von DIRLEWANGER IDEE, zusammenfassen.

In der anregenden Atmosphäre des Design Zentrum Hessen in Darmstadt konnten sich die Teilnehmer von fünf führenden Unternehmen schnell auf gemeinsame Wünsche und Interessen verständigen. Aus dem ersten gegenseitigen Austausch entstand eine Liste von key isssues, die Themen der nächsten Treffen sein sollen. Das Spektrum reicht dabei von "fehlende Ressourcen", über "Bewertung attraktiver Ideen", "stage-gate-process ja oder nein?" bis "Innovationskultur".

Kennenlernen und die Verständigung über zukünftige Themen und Organisation standen bei diesem ersten meeting im Vordergrund. Alle Anwesenden sind an Vernetzung und regelmäßigem Austausch interessiert um "mehr Licht in das fuzzy front end zu bringen" wie ein Teilnehmer formulierte.

Die Treffen sollen zwei Mal im Jahr stattfinden. Die weitere Zusammenarbeit verspricht sehr anregend und produktiv zu werden. Wir werden weiter darüber berichten.

Impuls 8 -----------------------------------------------------------------------

In eigener Sache II: Zunehmend wird Beratungsbedarf an uns herangetragen, der nicht immer in direktem Zusammenhang steht mit Kreativitätsfragen oder Innovationsprojekten.

Wir erweitern unser Angebot entsprechend um lösungs- und ressourcenorientierte Einzelberatung für Führungskräfte oder kleine Führungsteams (Coaching) sowie Beratung von Projektleitern und Projektteams, speziell in Konflikt- oder Krisensituationen (Projekt-Coaching).

Für diese Anliegen steht Ihnen Frau Susanne Weber M.A., Coach, Supervisorin und Organisationsberaterin zur Verfügung. Sie können über unser Büro oder auch direkt mit Frau Weber Kontakt aufnehmen: Telefon 0271-24102, weber.supervision@t-online.de

© 2003 Arno Dirlewanger
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