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Liegenlassen, Arrangieren,
Wiederbeleben ...
 
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© 2005 Arno Dirlewanger


Liegenlassen, Arrangieren, Wiederbeleben ...

Eine zentrale Phase der Entstehung von neuen Ideen wird durch die immer kürzeren Entwicklungszeiten zunehmend beschnitten: die Inkubation, d.h. die Zeit und der angemessener Rahmen, in dem Ideen „reifen“ können. In meinem eigenen Arbeitsprozess ist dieser Abschnitt gar nicht wegzudenken und funktioniert folgendermaßen:

1. Liegenlassen:
Es bilden sich im Laufe der Wochen Stapel von überflogenen, an- und gelesenen Zeitschriftenartikeln, Notizen, Vermerken und Skizzen, teils zu bestimmten, gerade in Arbeit befindlichen Themen, teils ganz disparates Material.

2. Arrangieren:
Abhängig von der eigenen inneren Verfassung und dem Zustand der Stapel (Höhe, Stabilität,...) entwickeln diese nach einer gewissen Zeit eine Art Appell-Effekt, der dazu führt, dass ich mich ans Sortieren und neu Arrangieren mache. Und hier geschieht immer wieder Erstaunliches: Nicht (mehr) Relevantes kann leicht identifiziert und weggeworfen werden, scheinbar Heterogenes rückt - mit Abstand betrachtet – näher aneinander und anderes hat unerwartete Rezeptoren, Valenzen ausgebildet, was neue Verbindungen ermöglicht.

3.Wiederbeleben:
Jetzt kommt es darauf an, die (wieder-)gefundenen Informationselemente mit latenten oder aktuellen Fragestellungen zu verknüpfen: der Artikel über Piezomaterialien passt plötzlich zu dem Thema „Neues Staubsaugergehäuse“, ein Hinweis aus der Hirnforschung verknüpft sich unerwartet mit ersten Gedanken zur Mem-Migration usw.

So entstehen ganz neue Ideen oder bestehende Grundideen reichern sich an und entwickeln sich unerwartet weiter, wie in einem Reagenzglas chemische Substanzen plötzlich zu einer neuen Form kristallisieren. Ein befriedigendes Ergebnis und ein anregender Vorgang, den man im Frühling z.B. ausgezeichnet auf der Terrasse eines Cafehauses vollziehen kann.

Im Sinne der Kreativität also ein Plädoyer für die bewusste Pflege (begrenzter) Stapel-Biotope statt der gerade gängigen simplify-, Entrümpelungs- und Leertisch-Konzepte.





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