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Bei guten Ideen kommt der Kunde
erst an zweiter Stelle
 
Sitemap: Dirlewanger Idee              Innovations-Management und Kreativitäts-Training © 2004 Arno Dirlewanger

In einem Innovationsworkshop wurde nach neuen Verpackungsideen für spezielle Elektronik-Teile gesucht und dabei zwei Großhändler mit einbezogen. "Wir verkaufen die quadratischen am besten. Alles andere läuft nicht", sagten sie. Andächtiges Schweigen. "Sehen Sie Herr Dirlewanger", sagte schließlich einer der Teilnehmer, "das sagt der Markt!" Danach vermochten dann auch Synektik, IAT oder eine andere ungewöhnliche Ideenfindungstechnik nicht mehr anderes als quadratische Varianten hervorzubringen. Wirklich neue Ideen hatten keine Chance.

Ein Beratungsunternehmen suchte einen neuen Slogan für seine Dienstleistungen. Auch hier war ein Kunde des Unternehmens in der Ideenfindungs-Phase dabei, schließlich "muss der Wurm dem Fisch und nicht dem Angler schmecken". Der Slogan "Solidität ist unser Geschäft" gefiel am besten. Die weiteren Vorschläge wurden daraufhin erst gar nicht weiter betrachtet. Schließlich war es das Votum eines Kunden und es klang einleuchtend.

Was passiert hier?

Der Kaninchen-Effekt. Wir starren wie hypnotisiert auf den Kunden und nehmen sein Urteil gerne als Maßstab - kann man sich doch keine bessere Begründung für die Wahl einer Idee wünschen als das Wort des zukünftigen Abnehmers. Schließlich "muss der Wurm dem Fisch ...."

Tertium non datur. So heißt in der Logik der Satz vom ausgeschlossenen Dritten. Hier könnte man vom "Satz der ausgeschlossenen Alternative" sprechen: Sagt der Kunde, er bevorzuge Quadrate, kommt niemand mehr auf die Idee, ihm auch Kreise oder Dreiecke anzubieten (obwohl wir nicht wissen, ob er sie vielleicht doch mögen könnte!). Schließlich "muss der Wurm ..."

Vielleicht muss aber der Wurm dem Fisch gar nicht schmecken! Es reicht doch, wenn er anbeißt! Die Reihenfolge ist also eher umgekehrt:
1. Neue Ideen "zum Anbeißen" entwickeln
2. Dann den Kunden probieren lassen, um sie weiterzuentwickeln bis sie "schmecken".

Bei der Entwicklung von ganz neuen Ideen ist der Kunde nach unserer Erfahrung aus Innovationsprojekten eher Kreativitäts-hemmend. Ist die Entscheidung für eine interessante Grundidee jedoch gefallen, ist für die konkrete Ausgestaltung der Idee die Mitarbeit des Kunden wünschenswert.




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