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Brainstorming ist keine
Ideenfindungs-Methode
 
Sitemap: Dirlewanger Idee              Innovations-Management und Kreativitäts-Training © 2004 Arno Dirlewanger

Der geniale Einfall, auf den wir so oft hoffen, ist meistens Zufall. Und ein seltener dazu. Ideen von der Originalität und Überzeugungskraft der gelben post-it-Notiz-Zettel zum Beispiel hätten wir gerne, wenn wir in Innovations-Workshops nach neuen Ideen suchen.

Mit der heimlichen Messlatte einer "Jahrhundert-Idee" im Kopf mustern wir die Ideen, die uns Brainstorming, TRIZ oder Synektik geliefert haben und sind enttäuscht: meist ist kein Geniestreich ist darunter, bei dem wir sagen könnten "Ja! das ist es!".

Denn leider haben die Erfinder des Brainstorming und ähnlicher Techniken vergessen zu sagen, dass dies keine Methoden zur Ideen-Findung sind, sondern nur zur
Ideen-Generierung. Diese Methoden generieren zwar Ideen, ob und wie wir darunter gute Ideen finden, sagt die Methode aber nicht. Hier müssen wir andere Vorgehensweisen anwenden um festzustellen, ob "post-it-Ideen" dabei sind.

Keine der kolportierten Entstehungs-Geschichten von post-it sagt, dass es ein genialer Einfall war, der sofort als solcher erkannt wurde. Die Idee des ungenügenden Klebens war generiert, aber es bedurfte noch der besonderen Sichtweise und Hartnäckigkeit von Arthur Fry von 3M in der unscheinbaren Idee das ganze Potential zu erspüren.

Schläft ein Lied in allen Dingen.
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort

So beschrieb J. von Eichendorff in der Zeit vor Brainstorming und Synektik diese Kunst, das Potential von Ideen zu erkennen und sie zum Leben zu erwecken.

Das Zauberwort heißt hierfür Vorstellungsvermögen oder Phantasie. Um interessante Ideen zu finden, setzte ich daher in Innovations-Workshops die inverse Bewertung, die Star-Trek-Bewertung oder die Leader-Strategie ein, bei denen bewusst die Ideen weiterverfolgt werden, die nicht auf den ersten Blick für gut befunden werden und weit weg vom bisherigen Denk-Horizont sind.

Die ist nicht immer bequem, aber erfolgreicher als auf das sich nicht einstellende post-it-Wunder zu warten.

Die Idee, ein seriöses Lexikon von Laien erstellen zu lassen, bei dem auch noch jeder Leser nach Belieben die Artikel verändern kann, wäre vielleicht durch Brainstorming entstanden - aber sicher nicht als "geniale" Idee erkannt worden. Genau diese Idee aber ist inzwischen als ernst zunehmendes online-Lexikon wikipedia realisiert (www.wikipedia.org).



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